Wir – Lena Marie Fegeler und Franz Bernhard Nordhaus – haben Agrarwissenschaften in Göttingen studiert und teilen seitdem die Leidenschaft für den Ackerbau und eine zukunftsorientierte Landwirtschaft.
Franz ist auf dem elterlichen Hof im Lippetal groß geworden, wo über viele Jahre Bullenmast betrieben wurde. Seit dem Auszug der letzten Tiere im Jahr 2014 stehen die Ställe leer und der Betrieb wird ausschließlich ackerbaulich bewirtschaftet.
Während und nach dem Studium sammelten wir über mehrere Jahre hinweg wertvolle Praxiserfahrungen auf unterschiedlichen landwirtschaftlichen Betrieben. Auf einem dieser Höfe konnten wir zudem Einblicke in den Weinbau gewinnen und unser Wissen im Anbau von Reben vertiefen.
Im Jahr 2020 pachtete Franz den elterlichen Betrieb. Seit 2022 leben wir beide dauerhaft auf dem Hof und gestalten den Betrieb gemeinsam. In dieser Zeit haben wir begonnen, uns intensiv mit der Frage zu beschäftigen, wie Landwirtschaft unter den Bedingungen des Klimawandels und im Hinblick auf sich wandelnde gesellschaftliche Erwartungen nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich weiterentwickelt werden kann.
Hier entstand die Entscheidung, den Weinbau als neuen Weg für den Betrieb zu beginnen. Ende 2022 entschlossen wir uns, die Anpflanzung eigener Reben zu beantragen. Im Frühjahr 2023 stellten wir den Antrag, erhielten im August die Genehmigung und pflanzten im Mai 2024 die ersten vier Rebsorten. 2025 folgte eine fünfte Sorte. Dank der klimatischen Veränderungen ist das Lippetal inzwischen für den Weinbau nicht mehr ungeeignet – unsere Reben entwickeln sich prächtig.
Zusätzliche Erfahrungen im Rebenanbau und Weinausbau durften wir bei mehreren Praktika auf dem Weingut Kiefer Schmidt in Eichstetten am Kaiserstuhl sammeln. Das innovative Weingut baut ebenfalls PIWI-Sorten an und steht uns bis heute beratend und unterstützend zur Seite.
Unser Projekt Weinbau wäre ohne die große Hilfe und Unterstützung von Familie und Freunden nicht möglich. Gemeinsam möchten wir zeigen, dass Landwirtschaft innovativ auf den Klimawandel reagieren kann. Wir hoffen, dass sich daraus neue Chancen für eine nachhaltige Entwicklung ergeben und auch andere Landwirtinnen und Landwirte ermutigt werden, diesen Weg zu gehen.
